ESKODIA Entwicklung von Selbstorganisationskompetenzen in digitalisierten industriellen Arbeitsumgebungen

Selbstorganisationskompetenzen entwickeln und fördern

Wichtigster Treiber von „Industrie 4.0“ ist die fortschreitende Digitalisierung, die neue Geschäftsmodelle, Kooperations-formen und Managementansätze ermöglicht. Mitarbeiter von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) werden mit stetig wandelnden Anforderungen konfrontiert. Facharbeiter, An- und Ungelernte fungieren an der Maschine nicht mehr als reine Bediener, sondern als Koordinator, Erfahrungsträger und Entscheider. Dies erfordert Selbstorganisations-kompetenzen und den fachkundigen Umgang mit Mensch-Maschine-Schnittstellen. Industrielle KMU verfügen hierfür häufig weder über passende Qualifikationskonzepte, noch über die Ressourcen, um diese selbst zu entwickeln.

In drei industriellen KMU werden exemplarische Qualifikationsfelder untersucht, die sich durch Digitalisierung wandeln werden: Optimierung der Maschinenauslastung im Anlagenbau, die Lagerlogistik in einem Unternehmen der Lasertechnik sowie die Dokumentation von Instandhaltung und Maschinenzuständen in einem Maschinen-bauunternehmen. Durch Interviews und Arbeitsplatz-beobachtungen werden die jeweils erforderlichen Kompetenzen für Selbstorganisation und Nutzung von Mensch-Maschine-Schnittstellen erarbeitet und Qualifikationsanforderungen abgeleitet. Die Erkenntnisse hieraus fließen in die Entwicklung der App, des Produktions-Demonstrators und der zugehörigen Schulungskonzepte ein. So entstehen praxisnahe Tätigkeitsprofile, konkrete Handlungsempfehlungen und eine Zusammenstellung von Erfolgsfaktoren, die KMU je nach Bedarf übernehmen und adaptieren können.


Ziel des Forschungsprojekts

Das Ziel des Forschungsprojekts ESKODIA ist, KMU-Mitarbeiter zu befähigen, selbstständig die wandelnden Anforderungen an Selbstorganisation und Maschinen-koordination zu erfüllen. Entwickelt werden ein App-gestütztes Instrument zur unternehmensbezogenen Feststellung des Kompetenz- und Qualifizierungsbedarfs sowie eine realitätsnahe Produktionsumgebung als Demonstrator für den Umgang mit einschlägigen Mensch-Maschine-Schnittstellen. Damit können KMU zielgruppen-spezifische Qualifikationsmaßnahmen ableiten, effizient umsetzen und ihre Mitarbeiter befähigen, in einer fortschreitend digitalisierten Arbeitsumgebung als Koordinatoren zu agieren.

 

Gesellschaftlicher Mehrwert

Die Projektergebnisse werden in den drei KMU des Konsortiums angewendet, prototypisch validiert und unterstützen sie auf ihrem Weg zur digitalen Transformation. Der Demonstrator wird zu Informations-, Schulungs- und Trainingszwecken über die Projektlaufzeit hinaus zur Verfügung stehen. Die App und die Qualifikationskonzepte werden perspektivisch an interessierte Unternehmen als Beratungs-, Trainings- und Coachingangebote weitergegeben und fließen in akademische Lehrveranstaltungen ein. Die Resultate verbessern den Betriebsalltag lokaler KMU, sichern Arbeitsplätze und stärken die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.